1. Fünfter Wandertag

    28. September 2018

    ……………..

    Kappel -> Lenzkirch -> Haslachschlucht – Wutachschlucht I -> Schattenmühle
    19,2 km. 6:07 h
    430 auf. 663 ab.
    2032 kcal
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    Morgenstimmung drinnen

Und draußen:

Durch die Verlegung der Unterkunft hatten wir etwas Zeit gewonnen und beschlossen einen Besuch des Schwarzwaldstädtchens Lenzkirch.  Dass daraus eine Art historischer Spaziergang werden würde, war beim Stopp im Café noch nicht zu abzusehen.

Im Rahmen der Badischen Revolution 1848 hat dieser Ort eine wichtige Rolle gespielt:

Auch architektonisch war so manches zu entdecken. Große Wohnhäuser  berichteten von einem frühen relativen Wohlstand, entstanden durch Erfindungsreichtum und Handel.  An Details wie der Fenstergestaltung war der Übergang von der bäuerlichen zur städtischen Bauweise abzulesen. (Ahnhaus Wiest)

Doch auch die eigene berufliche Vergangenheit holte uns gelegentlich wieder ein:

Um die Mittagszeit ginge es dann tatsächlich hinab in die Schluchten. Zunächst entlang des Flüsschens Haslach, bis dieses in die Wutach mündete.  Eine völlig andere Vegetation als in den Tagen zuvor in den Wäldern und auf den Bergkuppen umfing uns nun .  Frische, feuchte  Kühle,  die selbst am frühen Nachmittag gelegentlich etwas frösteln ließ wechselte schlagartig mit regelrechten Hitzewallungen, die steinige Felsabschnitte auf der von intensiver Sonne beschienenen Nordseite verströmten.

Einer der schönsten Plätze im ersten Teil der Wutachschlucht war das Räuberschlössle.  Ich erwartete irgendwelche Ruinen, doch seitlich von einem steil aufragenden Felsen am Wegesrand öffnete sich ein sehr schmaler Durchgang hoch über einem Abgrund.  Dieses Weglein weitete sich zu einem größeren, in etwa runden Platz. Zur Schlucht hin eingefasst von einigen wie Zähne aufragenden Felsen, dazwischen  Begrenzungsstangen und Warnhinweise: Steilabsurtz in die tief unten auszumachende Wutach; Lebensgefahr!

Rückseitig stiegen die Felsen wie eine leicht zu begehende Wand langsam an (Karlsruher Grat über dem Achertal), mit wunderbaren Sitzgelegenheiten, den Rücken dabei an den Felsen wärmend.  Und das Geschehen auf dem kleinen Räuberplateau im Blick habend.

Hier konnte ich mir gut vorstellen, was alles für Räuberlager und Räuberpistolen vor Ort  stattgefunden haben könnten.

Nun war es nicht mehr weit zum Tagesziel:

„Übernachtung a. d. Bauernhof“ Ist wahrscheinlich historisch gemeint.  Die Schattenmühle ist mittlerweile der Tourismusmagnet in der Wutachschlucht.  Aber mit einem neuen Gebäude für übernachtende Wanderer.  Das Zimmer riecht nach frischem Holz und ist zweckmäßig eingerichtet.

 


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