Der Fünfer

Osterkirmes in Köln – und zu meiner großen Überraschung mit dem schon von der anderen Rheinseite erkennbaren, legendären Olympia Looping, der größten transportablen Achterbahn der Welt! http://olympialooping.de/

Fünf Loopings hintereinander! In etwa angeordnet wie die Olympischen Ringe.

Der Besuch und die Fahrten sind ein Muss für jeden Achterbahnfan!

„Es geht los, es geht es aufwärts! Die mittels Kardanwellen zentral über einen Motor angetriebenen Reibräder schieben den Zug über eine weite Rechtskurve in die Höhe. Dies geschieht recht zügig, so dass nicht allzu viel Zeit bleibt, die Aussicht zu genießen und sich auf den ersten Absturz vorzubereiten. Dieser führt über eine 180° Kurve recht bedrohlich in die Tiefe, fast im senkrechten Sturz geht es direkt hinein in den ersten Vertikallooping. Mit 25 Metern Höhe ist es die größte Loopingfigur der Bahn, welche etwas von der bekannten Gestaltung abweicht: Wie beim Thriller von weist dieser Looping einen räumlichen Verlauf auf, Aus- und Einfahrt liegen mehrere Meter auseinander. Der Fahrgast merkt davon zwar nicht viel, doch durch diese Besonderheit konnte nicht auf die sonst bei Schwarzkopf übliche standardisierte Kastenbauweise zurückgegriffen werden. Statt dieser stabileren und leichter auf- bzw. abbaubaren „Kompaktbauweise“ kommen filigrane Stahlsäulen zum Einsatz.

5 Klothoiden-Loopings

Ein- und Ausfahrt des ersten Loopingelementes liegen rund fünf Meter über dem Bodenniveau, und auf mehr als das Doppelte dieser Höhe wird der Zug in der folgenden, entlang der Liftkrümmung liegenden Kehrtwende nicht gebracht. Die Folge: Die Geschwindigkeit bleibt hoch, ein interessanter Richtungswechsel in der horizontalen Ebene schließt sich an. Der Kurvenausgang führt an die Front der Anlage, direkt in die beiden 19 Meter hohen und dicht hintereinander folgenden Vertikalloopings hinein. Jene kommen wieder in der vorteilhafteren Kompaktbauweise daher.

Schon dreimal auf den Kopf gestellt, gewinnt der Zug über eine weitere 180° Kurve an Höhe und gelangt zur Rückfront der Anlage. Interessanterweise wartet hier eine mit Reibrädern kombinierte Blockbremse, die etwas ansteigt. Ein kleiner zweiter „Lifthill“ also.

Die weiteren Schienenmeter sind etwas verwirrend: Erst folgt eine Fahrfigur in Form einer abgebrochenen Acht, dann geht es durch die letzen beiden Inversionen. Noch zweimal wird der Fahrgast auf den Kopf gestellt – diesmal in 14 Metern Höhe. Dieser dritte Blockabschnitt findet wiederum sein Ende in der Sicherheitsbremse, welche den Zug in den finalen Abschnitt entlässt. Die im rechten Bereich der Anlage liegende 540° Helix wartet auf den Zug, dann noch ein abrupter Sturz in die Tiefe, Richtungswechsel, und schon rast der fünfgliedrige Wagenverbund in die Schlussbremse an der Rückfront der Anlage.“

Quelle: http://www.coastersandmore.de/rides/olympial/olmain.shtml

Gleich gehts los!
Erfolgreich unterwegs
Begeisterung hinterher!!!

Wo kommt die Begeisterung her? Wie wird man Rollercoaster-Aficianado?

Vor 15 Jahren hatte unser jüngster Sohn C. in der 8. Klasse der Waldorfschule eine Biografiearbeit zu verfassen. „Über den Erfinder der Achterbahn will ich schreiben! Gibts den?“ So recherchierten wir gemeinsam und stießen auf Werner Stengel.

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Stengel

Sehr schnell wurde deutlich, dass dieser Ingeneur vor allem mit zwei bahnbrechenden Inventionen die Achterbahnen überhaupt befahrbarer gemacht hat:

  • Aus dem ursprünglich runden Looping formte er eine Klothoide

Klothoide oder (Cornusche Spirale) Man fährt aus der Geraden erst in eine Kurve, die einen sehr großen Radius hat. Wenn man dann weiterfährt, wird der Radius immer kleiner und die Kurve bis zum Scheitelpunkt immer enger.
Der Vorteil der Klothoide: Der schneckenartige Aufbau mit einem stetig kleiner werdenden Radius garantiert einen gleichmäßigen, sanften Anstieg der Beschleunigung und das Verletzungsrisiko ist damit geringer.

Nach Zusendung der fertiggestellten Arbeit bedankte sich Werner Stengel mit einem handschriftichen Brief und einer Widmung auf einem Autogrammfoto.

Diese individuelle Erarbeitung des ingeneurmäßigen Hintergrundes ermöglichte eine tiefere Wertschätzung des emotionalen Fahrerlebnisses. Seitdem fahre ich mit Begeisterung alle erreichbaren Achterbahnen!

Dadurch wurde auch die Begegnung und Befahrung des Olympia Loopings (den ich bislang nur aus der Literatur kannte) zu einem großartigen Ostererlebnis am Rheinufer in Sichtweite des Kölner Doms.

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