08. 05. 19 – Aradena-Schlucht

Zu wenig stabiles Netz. Demnächst mehr!

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Hier geht es weiter; in dieser Schrift ergänzt am 09. 06. 2019

11,3 km – 4:42 h – 895m auf, 145m ab

Die ‚Schlucht für Fortgeschrittene‘ sollte es sein – und gleich gut 700 Höhenmeter aufwärts. ‚Zwei gefährliche Leitern‘ wurden vorab im Netz kolportiert. Nichtsdestotrotz starteten wir wohlgemut von Lykos über den E4 Richtung Marmara Beach.

Die Wegmarkierung E4 ist eindeutig erkennbar.

Der Weg blieb nicht auf Meeresniveau, auch felsige und ausgesetzte (!) Abschnitte mussten überwunden werden.

Markierung E4 deutlich erkennbar

Am Strand mit den Marmorfelsen blieb die Taverne dieses Mal links liegen. Unser Weg bog rechts ab, landeinwärts in die deutlich erkennbare Schlucht.

Im trockenen Flussbett ging es aufwärts. Oft auf kiesigem Untergrund, machmal etwas beschattet.

Gelegentlich auch Kletterei über riesige Felsbrocken, wobei die mitgeführten Wanderstöcke sich als eher hinderlich herausstellten. Umso erfreulicher die Möglichkeit zu einem erfrischen Armbad. Wir waren ja im Frühjahr unterwegs, im Sommer stellt sich das sicher anders dar.

Mit knirschenden Schritten gewannen wir Strecke, überwanden steinerne Kolosse, pausierten im Schatten von Pinien. Über uns im schmalen Himmel Krähen und Raubvögel (Geier?). Schließlich kamen die ominösen Leitern in Sicht.

Zwei Felskolosse, zwei Leitern. Was tun?

Die alternative Strecke über einen steilen geschotterten, mit einem sichtbar wackeligen Geländer ‚gesicherten‘ Steilhang erschien uns deutlich weniger vertrauenserweckend. Also: Ab auf die Leitern, Blick voran! (Siehe erstes Foto dieses Beitrages) Doch dann schloss sich eine weitere Schlüsselstelle an: Mit Seil- und Handunterstützung konnte auch sie bewältigt werden.

Am herausfordernsten zeigte sich allerdings eine sich anschließende Geröllpassage. Fußball- bis Medizinballgroße Bruchstücke lagen am zu überwindenden Hang locker herum und boten wenig Festigkeit. So blieb nur das Überwinden auf allen Vieren.
Schließlich kündigte sich mit wiederholtem Donnern die Brücke an. 140 Meter über dem Schluchtgrund überspannte sie die schmalste Stelle des Einschnittes.
Wiki:“ 1986 wurde eine Stahlträgerbrücke über die Engstelle gebaut, die Brücke ist eine Spende eines aus Agios Ioannis stammenden Mannes namens Vardinogiannis, welcher in die USA ausgewandert war und seinem Heimatdorf eine befahrbare Verbindung nach Anopoli und damit auch über Chora Sfakion an das restliche Straßennetz Kretas zukommen lassen wollte. Die Fahrbahn der Stahlkonstruktion besteht aus unbefestigten Holzplanken.“ Und die letzteren sind es, die wegen ihrer Beweglichkeit beim Befahren dieses Getöse verursachen, das sich im Tal verfielfacht. Wenn man ahnungslos ist, könnte man fast ein beginnendes Erdbeben vermuten.

Die letzten Höhenmeter geht es (wie jahrhundertelang früher) im Zickzack die Serpentinen hoch. Endlich oben – da begrüßt uns Aradena als verfallene Geisterstadt. “ Das Dorf Aradena, direkt am westlichen Brückenkopf gelegen, konnte von der neuen Verkehrsverbindung nicht mehr profitieren, da es inzwischen nach einer der letzten „großen“ Vendettas der Sfakia in den 50er Jahren entvölkert und verlassen worden war. Die Wohnhäuser des Dorfes sind zu Ruinen verkommen, …“ Trotzdem ist in den Bögen und der Mehrgeschossigkeit eine Idee von traditioneller kretischer Bauweise zu erkennen.

Seit den 50er Jahren verlassen.

Die Blutrache ausgelöst hatte dem Vernehmen nach ein Streit zwischen zwei Familien um ein Ziegenglöckchen. Dieser hatte sich dann derart hochgeschaukelt, das das gesamte Dorf von der Polizei geräumt wurde …

Den noch zahlreich vorhandenen Schafen und Ziegen scheint das nichts auszumachen.

Ein Blick durch die Brückenkonstruktion in die Aradena-Schlucht hinab.

An der Brücke selbst gab es einen Kiosk mit Erfrischungen, während die Hemden in der Sonne trockneten. Adrenalin noch anderer Art kann man hier erleben, wenn Bungee-Jumper sich in die Tiefe stürzen.

Meine enorme Nebennieren-Ausschüttung ἐπίνεφρός hat einen eigenen Beitrag verdient. Sie ist im Beitrag vom 08. 05. 19 unter der Überschrift *whow! **Whow!! ***WHOW!!! zu lesen. Demnächst mit Video!

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