Museum

Mmk Ffm 10. 10. 2019

Die große, hohe Eingangshalle des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt scheint leer zu sein. Wo sind die Kunstwerke und Arbeiten, die ich auch in einem Gegenwartsmuseum erwarte?

Doch etwas hat mich bereits erreicht, von dem ich noch nicht genau weiß, was es ist. Dazu mehr später.

Natürlich finden sich ein Stockwerk höher viele von mir sehr geschätzte Künstler. Hier noch eine kleine Auswahl:

Cy Twombly; Problem I, II, III, 1966

Auf die Tatsache, dass alle Energie nur aus der Natur gewonnen wird, weist eine späte Arbeit von Joseph Beuys hin:

Capri-Batterie, 1985

Mit einem Thema, das mich seit dem Studium in Köln beschäftigt, setzt sich On Kawara auseinander: die Dimension von Zeit und Raum. (Vgl. Kunstagentur Zeytmann).

Seine ‚Date Paintings‘ sind eine Serie von Bildern, die auf monochromem Untergrund lediglich das geschriebene Datum darstellen. Und zwar desjenigen Tages, an welchem der Künstler daran gearbeitet hat. Für solch ein Tagewerk brauchte er in der Regel 8-10 Stunden. Konnte es nicht vollendet werden, wurde die begonnene Arbeit zerstört. So kann man angesichts derart minimalistischer Kalenderblätter versuchen, eine Beziehung zur eigenen Biografie herzustellen.

Mein 19. April 1999
Date Paintings im MMK

„Niemals zuvor im MMK und auch nicht in einem der Dreieckssäle konnte diese Werkgruppe ihre unerhört suggestive Kraft entfalten wie in der derzeitigen Ausstellung, niemals zuvor konnte sie einem Betrachter die Dimensionen von Zeit und Raum – in der Wechselbezüglichkeit auch zu dessen eigener zurückgelegter Lebenszeit – näher bringen und erfahrbar machen. Dem korrespondiert die Weitläufigkeit der fast riesigen, durch eine Säulenreihe zu beschreitende, großzügig von Licht durchfluteten, bodentief verglasten Halle an der Westseite des Hauses, großzügig auch der Blick und Weg zur weiter anschließenden östlichen, reinen Oberlichthalle, die ebenso zu einem Innehalten vor den Bildtafeln einlädt. Werk, Raum und Zeit, Leben in seinem Beginnen, in seinem Voranschreiten und seiner Vergänglichkeit – wie könnte es jemals durch Arbeiten von Künstlerhand erfahrbarer und reflektierbarer werden als hier?“ Quelle

Zurück zum leeren Eingangsbereich, der gleichzeitig auch Ausgang ist. Hier ist doch Kunst anwesend: In Form eines Luftzuges, einer Installation von Ryan Gander.

Wenn auch nicht visuell wahrnehmbar, so hat mich die Kunst doch in dieser Form spürbar erreicht.

“ … erleben wir jetzt ganz körperlich im MMK dessen „Geist“, dessen „Pneuma“ der alten Griechen, gar den „Geist“, das „Pneuma“ der Kunst? Das Haus, das Museum atmet, nicht nur Ganders Luftzug sei es gedankt. „

Ein eindrucksvoller Museumstag!

Bye bye, MMK!

Abschied mit Blick auf ein weißes Oberhemd. „Die Knöpfung ist links, wie bei Damenblusen üblich, die Ärmel haben Manschetten, was traditionell Herrenhemden kennzeichnet.“

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